V / Biographie

Vier Kapitel

TIMO SCHNIERING erlebt Musik wie einen Film: Groß, dramatisch und getragen von der Überzeugung, das eigene Schicksal zu spielen.

Portrait Timo Schniering
I.

Noten im Kinderzimmer

Mit neun Jahren sitzt TIMO zum ersten Mal am Notenschreibprogramm seiner Mutter und ist gefesselt von der Möglichkeit, Instrumente und Stimmen zu programmieren. Das Zusammenspiel der Orchesterinstrumente inspiriert ihn so sehr, dass er bald eigene Soundtracks und Trailermusik produziert.

Mit 16 gründet er sein eigenes Label und einen Musikverlag. Was er will, weiß er genau: Sein Traum ist die Musik. Von Anfang an ist das Leben für ihn ein Spiel, das er ausprobieren will, und er akzeptiert das Risiko, auch wenn er scheitert.

Über das Label vertreibt er Trailer und Orchestermusik und platziert seine Stücke in über zwölf öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern.

Biographie Kapitel 1 Camarahaus Nieder-Olm · 2009
II.

Aus Erinnerungen werden Geschichten

Biographie Kapitel 2 Ruhrpottstudio · Jörg Brücker

Wer er ist und was er will, war für TIMO nie die Frage. Schwer fällt ihm etwas anderes: sich selbst zu lieben und so anzunehmen, wie er ist. Während seiner Schulzeit erlebt er Mobbing, einer der Hauptgründe, warum seine Selbstliebe scheitert. Mit 13 beginnen Depressionen.

Ab 17 lernt er über zwei Jahre in der Therapie, sich selbst zu lieben. Die Musik ist dabei sein Weg, den Gefühlen nicht nur Ausdruck zu verleihen, sondern sie zu verstehen. In diesem Prozess der Selbstakzeptanz festigt sich der Gedanke, das Leben als Spiel zu begreifen, und wird zu seinem wesentlichen Mittel, sich herauszukämpfen.

Mit der Selbstakzeptanz findet er auch in der Musik eine neue Freiheit: Seit 2020 steht er als Soloartist auf der Bühne und veröffentlicht 2022 die Songs aus dieser Zeit als Erinnerungsalbum unter dem Titel MEMORIES. Der Haupttrack STRONG ENOUGH endet mit den Worten „Starting to Dream“: nach jedem Fall neu anzufangen zu träumen und an den eigenen Träumen festzuhalten.

Diese Überzeugung präsentiert TIMO 2023 und 2024 auf den Prides in Köln und München vor tausenden Menschen, um sich für Vielfalt und Selbstliebe einzusetzen und anderen mit seinen Erfahrungen zu helfen. 2025 folgt seine erste internationale Tour mit sechs Stationen von Deutschland über Amsterdam bis nach Gran Canaria.

III.

Eine gemeinsame Sprache

Über 20 Jahre pflegte TIMOs Mutter seine an Demenz erkrankte Oma zu Hause. Auch als die Kommunikation mit Worten zwischen den beiden nicht mehr möglich war, konnten sie durch Melodien und Musik ihre ganz besondere zwischenmenschliche Beziehung aufrechterhalten. Diese erzählt TIMO im Song MAMA und prägt seine Überzeugung:

Ich glaube daran, dass Musik eine Sprache ist, die jede Grenze überwindet und dort ansetzt, wo Menschen zueinanderfinden.
Timo Schniering, im Gespräch

Das Musikvideo zu MAMA wird beim Pollino Film Fest als Best Music Video und bei den Munich Music Video Awards als Best Drama Music Video ausgezeichnet. Seine Begeisterung für Musikkurzfilme prägt auch sein Studium an der Hochschule Mainz: den Bachelor Zeitbasierte Medien mit Schwerpunkt Musikvideoproduktion und den Master mit Schwerpunkt Audioproduktion.

Szene aus dem Musikvideo MAMA Musikvideo MAMA
IV.

Wofür TIMO steht

TIMOs Stil heute ist eine Mischung aus Pop und Soundtrack, erzählt in einer trailerhaften und filmhaften Dramaturgie. TIMO träumt mit Musik. Soundtracks untermalen für ihn die Gefühle des Lebens, so wie Filmmusik einen Film. Pop lässt ihn die Freiheit der Gesellschaft spüren, in treibenden, eingängigen Melodien. Seine Texte schreibt er vollständig selbst und verarbeitet darin seine Gedanken, Erfahrungen, Hoffnungen und Ideen, wie er die Welt und Realität wahrnimmt, versteht und verändern möchte.

Aus seiner eigenen Erfahrung mit Mobbing heraus setzt er sich gegen Hass und für ein Miteinander ein. Mit seiner Musik möchte er etwas davon weitergeben, von Ideen und Träumen erzählen und anderen Menschen Mut machen.

Das kommende Album ROULETTA, das im Herbst 2027 erscheint, setzt dort an, wo MEMORIES mit „Starting to Dream“ endet: Ziele werden von Träumen getragen, und für sie muss man auch Risiken eingehen. Im Zentrum steht die Idee von Selbstbestimmung über das eigene Schicksal, die der Leitsatz des Albums auf den Punkt bringt:

Biographie Kapitel 3 Ruhrpottstudio · Jörg Brücker
Dreams are dreamt, in life they’re played.
Timo Schniering · Rouletta (2027)
Biografie
Mainz · September 2026